Klein Maria wird nun operiert
Hilfe aus dem Internet hatte Erfolg
Thüringer Landeszeitung, 21. Februar 2000 (Foto: Glasser)
Jena. (tlz/bag) Die kleine Maria aus Rumänien kann heute in der Chirugischen Klinik operiert werden. Gestern Mittag kamen die Eltern in Jena an, erschöpft von der langen Reise, aber glücklich. Empfangen wurden Daniel und Adriana Tabacaru von Jörg Grünhagen, der extra aus Bergen bei Celle angereist war, um dem Ehepaar zwei Handys zu überreichen.

Die Eltern und Jörg Grünhagen
In der Kinderchirugie angekommen sind gestern
Mittag aus Rumänien Daniel und Adriana
Tabacaru mit der kleinen Maria und Jörg
Grünhagen aus Bergen bei Celle.

Was sich da in den letzten drei Wochen im Internet abgespielt hat, ist fast unglaublich. Angefangen hat es damit, dass Jörg Grünhagen von Freunden aus Rumänien ein E-Mail bekommen hat: "Jörg, übersetz' das mal bitte". Der Text zum Übersetzen war der Hilferuf des Ehepaares Tabacaru, deren kleine Tochter Maria am 12. Januar mit einem Steißbein-Teratom auf die Welt gekommen war, eine Tumorerkrankung die schnell behandelt werden muss. Aus dem Übersetzen erwuchsen immer engere Kontakte, Informationen über die recht seltene Krebserkrankung rasten durch das World Wide Web. Und schließlich kam die Verbindung zu Prof. Dr. Felix Schier, dem Chef der Jenaer Kinderchirugie, zustande. Fast alles war perfekt, bis auf eines: Die Finanzierung des Unternehmens war bis vor einer Woche noch völlig unklar. "Als dann am Donnerstag Abend das Spendenangebot des Christlichen Hilfsvereins Hoffnungsfunken kam, da war endlich sicher, wir schaffen´s", erzählt Jörg Grünhagen. Inzwischen seien alles in allem etwa 5.000 DM zusammengekommen. 10.000 DM werden gebraucht für die kleine Maria. "Wir hatten das Problem, dass wir kein Verein sind. Da ist das mit den Spenden so eine Sache", sagt Jörg Grünhagen, der Geschäftsführer eines kleinen Software-Unternehmens ist. Der Christliche Hilfsverein Hoffnungsfunken aus Lößnitz in Sachsen aber habe ein Spendenkonto, auf das nun unter dem Stichwort "Maria" Spenden eingezahlt werden können, um den Krankenhausaufenthalt zu finanzieren.