Von Jürgen Poestges
CELLE. Ein Ziel verbindet sie alle: Sie wollen ankommen, wollen nach 42,195 Kilometer über die Ziellinie laufen am 2. November im fernen New York. Die sieben Celler "Fun Runners" sind knapp zwei Wochen vor dem großen Ereignis voller Vorfreude.
"Eigentlich sollte in Berlin
mein erster und einziger Marathon stattfinden", erklärt Horst Budick
aus Hambühren. "Aber Berlin kenne ich, da bin ich geboren. Jetzt wird
es eben New York. Und das wird auch der letzte bleiben - behauptet jedenfalls
meine Frau", ergänzt der 63jährige.
Ganze
acht Läufe über die lange Distanz hat Siegfried Bergmann (64) aus
Hermannsburg bereits "auf dem Buckel". "Aber der in New York ist nun wirklich
der letzte", meint er. Und wird lautstark vom Rest der Läufer unterbrochen:
"Abwarten!"
Denn es hat sie alle gepackt,
das "Marathon-Fieber". Auch Hartmut Hoffmann: "Eigentlich kann ich gar
nicht laufen. Ich bin Ruderer. Aber im Winter, wenn man nicht ins Boot
kann, geht man eben mal in den Wald. Und irgendwann habe ich es bis zum
Exzeß getrieben. New York wird mein dritter Marathonlauf." Ebenfalls
vom Rudern kommt Reinhard Wieters: "Wir Ruderer machen eben alles gemeinsam."
Aber laufen sei auch nicht sein Ding, auch wenn er ebenfalls seinen dritten
Marathon bestreitet. "Dann ist es aber genug, ich fahre lieber Fahrrad",
erklärt der 44jährige Celler. Reizen könnte ihn das Laufen
aber doch noch: "Ich würde gern mal beim Ironman-Triathlon mitmachen."
| Ein ganz besonderer Tag
ist der 2. November für Manfred McAulay nicht nur wegen des Marathons.
Dann feiert er nämlich auch seinen 41. Geburtstag. "Das ist ein zusätzlicher
Anreiz", bekennt er. Sein Ziel war es immer, einmal in London und New York
an den Start zu gehen. "In London war ich im vergangenen Jahr, jetzt ist
New York dran." Seinen ersten Marathon läuft in der Welt-Metropole
Tom Nash (52) aus Bergen. Sein Ziel: "Wenn möglich, möchte ich
unter vier Stunden bleiben."
Initiator der "Fun Runners" ist der 28jährige Jörg Grünhagen aus Sülze. Er hat sich ein hohes Ziel gesetzt: "Ich garantiere einen Platz unter den Top 100 in der Gesamtwertung. Bei 30 000 Teilnehmern ist das doch kein Problem." Aber er schränkt gleich ein: "Bisher bin ich nur mit dem Mundwerk der schnellste." Er war schon im vergangenen Jahr in New York dabei, ebenso wie Ulrich Marhenke, der in diesem Jahr aussetzt. "Die Erinnerungen sind noch so frisch und lebendig, ich möchte sie mir einfach noch ein bißchen erhalten. Vielleicht bin ich in drei oder vier Jahren wieder dabei", erzählt er schwärmerisch von dem "tollen Erlebnis mit den begeisternden Zuschauern, die einen regelrecht ins Ziel tragen". |
Große Vorfreude auf New York und den Marathon: Die Celler "Fun Runners" (von links): Horst Budick, Manfred McAulay, Tom Nash, Reinhard Wieters, Siegfried Bergmann, Hartmut Hoffmann, Ulrich Marhenke und Jörg Grünhagen. Foto: Müller |
18. Oktober 1997, Cellesche Zeitung