Von Otto Koch
TJUMEN. Nein, mit Siegfried Lenz hat der Artikel nichts zu tun. Die Deutschstunden erteilte Jörg Grünhagen aus Sülze in zwei Gruppen, die an der Uni studieren. Das Thema hat er selbst gewählt: Alles ist möglich. Sein persönliches Motto und das der Celler Fun-Runners.
Sehr interessante Gespräche: Deutschstunde an der Uni Tju- men mit Studenten, Lehrerin Olga Radyguina und Marathon- läufer Jörg Grünhagen (sechster von rechts) aus Sülze. |
Die junge Leute waren zum
Werdegang Grünhagens zum Marathonläufer und seinem ehrgeizigen
Ziel (zehn Läufe unter drei Stunden in einem Jahr) sehr beeindruckt.
Ist ja auch zu verstehen: Die Aktion scheint sehr dem russischen Geist
zu entsprechen.
Aber das Gespräch drehte sich nicht nur um Sport. Die Studenten diskutierten über die soziale Situation, die Rußland-Krise, persönliche Einstellungen zum Leben, Lebenswillen oder Anstrengungen. Außerdem hatte Grünhagen noch eine Deutschstunde in der Walldorfschule. Hier arbeiten die Kids mit der "Lorelei". Jörg Grünhagen läßt grüßen und übermitteln, daß er entzückt von der Gastfreundlichkeit ist. In Sibirien ist er zum zweiten Mal. Die Region begeistert ihn. Er schmiedet Pläne, im Winter einige gemeinsame Projekte auf den Gebieten Sport und Schule zu machen. Der Marathonlauf war am 3. Oktober - bei eisigen Temperaturen. Als einziger Ausländer nahm Jörg Grünhagen an dem Lauf teil. Insgesamt gingen 200 Läufer an den Start. Grünhagen erkämpfte sich den 44. Platz und lief damit für sich persönlich zum achten Mal mit einer Zeit von zwei Stunden, 56 Minuten und 20 Sekunden. |
10. Oktober 1998, Cellesche Zeitung