zurück

Linux (Einführungstext)
25.05.1999
Autor: Stefan Kies

Tux

Hätte vor fünf Jahren jemand gefragt »Sag mal, was ist eigentlich Linux?«, dann hätte er wahrscheinlich verständnislose Blicke geerntet oder Antworten erhalten wie »Hmmm, ist das nicht dieses neue Multifunktionsküchengerät von Moulinex?«

Doch seit ungefähr einem Jahr weiß jeder computerinteressierte Mensch zumindest, dass es sich dabei um ein Betriebssystem handelt. Spätestens seit sogar die PC-Zeitschriften, die sich mehr auf das allgemein verbreitete Betriebssystem eines amerikanischen Softwaregiganten konzentrieren, regelmäßig Artikel zu Linux bringen, kann sich fast keiner mehr dem entziehen.

Doch trotzdem wird sich jetzt noch mancher fragen, was es denn genau damit auf sich hat, und warum alle auf einmal so hinter diesem Betriebssystem hinterher sind. Und genau an diese Menschen richtet sich dieser Text.

Wie »Linux« geboren wurde

Linus B. Torvalds war es, der 1991 mit dem auf seinem PC vorhandenen Betriebssystem nicht zufrieden war und beschloss auf UNIX umzusteigen. Allerdings ist UNIX ein sehr teures Betriebssystem und so verwundert es nicht, dass er nach einer günstigeren Lösung suchte. Ganz nach der Devise »Selbst ist der Mann« begann er ein eigenes UNIX zu programmieren. Im Internet suchte er sich Gleichgesinnte und so begann eine kleine Schar von Programmierern damit ein neues UNIX zu entwickeln. Und da Linus B. Torvalds der Initiator dieses umfangreichen Projektes war wurde das System nach ihm Linux getauft. Doch etwas ganz besonderes an Linux war, dass Linus B. Torvalds gleich am Anfang des Projektes entschied, dass der Quellcode des Systems frei verfügbar sein sollte. Somit konnte jeder Programmierer auf der ganzen Welt an dem Projekt teilnehmen. Im Frühjahr 1994 war es dann endlich soweit und die Version 1.0 von »Linux« wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Was Linux bietet

Linux ist also ein völlig frei verfügbares System, dass jeder aus dem Internet beziehen kann. Und kommen jetzt jemandem Zweifel, ob so ein im Internet entwickeltes System überhaupt alle Features eines »großen« Systems bietet, so sei er beruhigt. Denn Linux bietet all das, was man von einem guten System zu erwarten hat... und eigentlich noch ein bisschen mehr.

So gibt es auch unter Linux »Multitasking«, das es ermöglicht mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen. Oder »Multiuser«, die Möglichkeit mehrere Personen einen PC benutzen zu lassen. Auch virtueller Speicher ist unter Linux Gang und Gebe. Doch neben diesen Grundfeatures bietet Linux noch etwas, was bei manch einem anderen Betriebssystem schmerzlich vermisst wird. Nämlich Stabilität. Und dort liegt wohl eine weitere Stärke von Linux. Durch den Umstand, dass der Quellcode des Kernels (Der Kernel ist das »Herz« des Betriebsystems) allen frei zugänglich ist und jeder Verbesserungen daran vornehmen kann ist das System natürlich sehr ausgereift.

Doch nicht nur in Sachen Leistung arbeitet Linux auf dem höchsten Niveau. Auch in Sachen Komfort braucht sich Linux nicht hinter anderen Betriebssystemen verstecken. Zwar steckt hinter »Linux« im Grunde die textbasierende Konsole, allerdings gibt es mit KDE (K Desktop Environment) einen leistungsstarken Windowmanager der es weniger »konsolenverliebten« Usern leicht macht mit »Linux« zu arbeiten. Doch auch hier ist man flexibel und kann natürlich auch einen anderen der unzähligen Windowmananger nutzen, die alle ein etwas anderes »Look&Feel« bieten, so dass man irgendwann den persönlichen Liebling mit Sicherheit gefunden hat.

Welche Software es gibt

Letztendlich gilt aber immer noch die Devise »Ein Betriebssystem ist nur so gut wie die Software die es dafür gibt.«. Das war wohl jahrelang der »Pferdefuß« von Linux. Für dem Heimbereich gab es kaum Software die dazu bewegen konnte das Betriebssystem zu wechseln. Doch auch dies hat sich mittlerweile drastisch geändert. Neben ausgewachsenen Office-Paketen (StarOffice 5.0, Applixware), gibt es die führenden Datenbanken (ADABAS) und ausgereifte Bildbearbeitungssoftware (Gimp, blender, ImageMagick) für Linux. Mittlerweile sind alle Bereiche von Software unter Linux mehr oder weniger stark ausgefüllt. Lediglich spielfreudige Naturen werden wohl unter Linux eher weniger fündig. Hier tut sich zwar auch schon etwas (fast alle Spiele von id-Software sind unter Linux verfügbar, Civi III wird portiert...), allerdings dauert es wohl noch ein Weilchen, bis auch die Spieleindustrie das gewaltige Potential, das hinter Linux steckt, nutzen wird.

Und wo bekomme ich jetzt Linux?

Wer nun auch mal Linux ausprobieren möchte, der hat viele Möglichkeiten das System zu beziehen. Die »klassische« Variante ist natürlich das Herunterladen aus dem Internet. Mittlerweile haben es sich verschiedene Firmen zur Aufgabe gemacht komplette Linux-Pakete zu erstellen. Umfangreiches Software-Paket, neuester Kernel, Tools zur Systemverwaltung, usw. Diese Firmen werde unter anderem Distributoren genannt. Und manche Distributoren bieten im Internet ihre aktuelle Distribution an. Dies ist bei »Caldera« der Fall. Das neueste »Open Linux« steht auf dem Server zum Download bereit. Eine flotte Internetanbindung vorausgesetzt und man hat sein Linux fast zum Nulltarif, sprich Telefontarif. Doch Vorsicht: So eine Distribution ist knapp ein Gigabyte groß, da ein umfangreiches Softwareangebot mitgeliefert wird.

Somit sind wir auch schon bei der zweiten Möglichkeit Linux zu beziehen. Nämlich einfach eine Distribution im Geschäft kaufen. Mittlerweile braucht man noch nicht mal mehr in einen Computerfachhandel. Selbst bei den großen Warenhäusern wie Saturn oder Karstadt, um nur zwei zu nennen, bekommt man mittlerweile ein Linux.

Wer wirklich nur einmal reinschnuppern möchte, der sollte auf Sonderhefte von PC-Magazinen achten. Nicht selten werden nun Hefte mit Evaluationsversionen von verschiedenen Distributionen angeboten.

Und welche Distribution wähle ich?

Mit der Zeit sind immer mehr Distributoren auf dem Markt erschienen, symptomatisch für die Entwicklung von Linux. Doch für welchen entscheidet man sich nun? Diese Frage ist wohl fast unmöglich zu beantworten. Es gibt sowohl Distributionen für Anfänger, die durch ausgefeilte Installationstools das Einrichten eines Systems erleichtern. Dazu gehören die Distributionen wie S.u.S.E., RedHat und Caldera. Aber es gibt auch Distributionen die sich eher an Erfahrene User wenden. Darunter fällt die Distribution von Debian. Als Anfänger sollte man davon eher die Finger lassen, da man damit ganz schnell auf »die Nase fallen« kann.

Preislich gibt es wiederum sehr große Unterschiede. Die »teuren« Distributionen liegen bei 100 Mark, umfassen dafür aber bis zu fünf CDs, es liegt ein dickes Handbuch bei und man bekommt vom Distributor Support zugesprochen.

Es geht aber auch günstiger. Wer auf ein Handbuch und Support verzichtet, bekommt manchmal schon »abgespeckte« Distributionen für 40 Mark. So von RedHat.

Schlusswort

Für alle die, die nun neugierig geworden sind sollte die Devise lauten: »Ausprobieren!!!«. Das kostet im teuersten Fall zwanzig Mark, manchmal nur sieben oder acht und man kann sich schon ein sehr gutes Bild von Linux machen. Findet man es klasse (und das ist meistens der Fall), so steigt man halt voll ein.

Linux ist es auf jeden Fall wert installiert zu werden!



Links zum Thema

Linux-Magazin
Linux.de
Linux.org
Linux.com











Werbung

Geld verdienen!











Werbung
- jpc -
CDs, Videos & Bücher


Mehr als 600.000 CDs, Videos und Bücher zum Aussuchen und Bestellen. Jeden Monat über 2.500 Neuheiten.











Werbung
zurück